CBD-Blog

Wie entsteht Honig?

by in HONIG 21. September 2019

Ohne Blumen und Bienen müssten Menschen auf eine süße Köstlichkeit verzichten

Über den hohen kulturellen Stellenwert des Honigs in vielen Gesellschaften geben alleine schon die zahlreichen Sinnsprüche und Sprichwörter Auskunft, in denen das so süße und schon in der Steinzeit von Menschen genutzte Naturprodukt erwähnt wird. Als über lange Zeit einziges wirklich intensives und gut haltbares Süßungsmittel hat sich Honig in unserer kulinarischen Wertschätzung eine gewisse Sonderstellung erarbeitet. Die Waben von frei lebenden Wildbienen wurden Höhlenmalereien zufolge schon vor etwa 12.000 Jahren von Wildbeutern eifrig gesucht. Die Nutzung der Honigbiene durch Imker begann hingegen vor ca. 7.000 Jahren. Wie aber entsteht nun das weltweit geliebte „gelbe Gold“, wie sieht das komplexe Zusammenspiel von Pflanze, Tier und Mensch im Einzelnen aus und was bedeutet Bio-Honig? Zunächst gibt es zwei grundsätzliche Quellen der Honigbereitung, den stark zuckerhaltigen Nektar, den Blütenpflanzen in ihren „Nektarien“ (Honigdrüsen) im Rahmen der Fotosynthese bilden und den Honigtau als zuckerhaltige Ausscheidung von Läusen, Blattflöhen und Zikaden. Sowohl Blütennektar als auch Honigtau werden von der Arbeitsbiene bzw. Honigbiene mit dem Rüssel gesammelt und im Magen („Honigblase“) mit gewissen körpereigenen Enzymen („Invertasen“) in noch unreifen Honig verwandelt. Im Bienenstock übernehmen dann die Stockbienen den unfertigen Honig und reichern ihn durch mehrfaches Transportieren mit weiteren Enzymen sowie Eiweißen und Säuren an.

Die Frage „Wie entsteht Honig?“ könnten eigentlich Bienen am besten beantworten

Hierbei wird der Nektar nach und nach eingedickt und außerdem die Molekülanordnung geändert, Traubenzucker zu Fruchtzucker verwandelt und Saccharide (Kohlenhydrate) werden gebildet. Der Wassergehalt wird durch die Verteilung in den Wabenzellen sowie stetiges Flügelschlagen von ca. 30 bis 40 auf unter 20 Prozent reduziert. Ist die Trocknung abgeschlossen, wird der Honig in Lagerzellen transportiert und mit einer Wachsschicht überzogen. Den besten Zeitpunkt für die Ernte bestimmen die Imker dann mit einem sog. „Refraktometer“, einem Gerät, welches anhand des Brechungsverhaltens von Licht im Honig dessen Wassergehalt angeben kann. Nach Angaben des aus 19 Landesverbänden mit aktuell 2.500 Ortsvereinen bestehenden Dachverbands „Deutscher Imkerbund (D.I.B.)“ sollte dieser nach Möglichkeit bei 18 bis 20 Prozent liegen. Natürlich stellen Bienen Honig nicht aus Gefälligkeit für die Menschen, sondern zur Ernährung und Aufzucht der eigenen Brut her. Im Grunde genommen ist Honig also eine Art überschüssige Reserve, die von den Bienen nicht unmittelbar benötigt und deshalb eingelagert wird. Insofern handelt es sich bei der Honigherstellung auch nicht um einen von manchen Tierschützern fälschlich behaupteten „Raubbau“. Vielmehr ist es eine vom Bienenzüchter genau zu kalkulierende Nutzung, bei dem der entnommene Honig nach der Ernte mit Zucker oder Zuckersirup ersetzt wird, um somit die Bienenvölker vor dem Hungertod im Winter zu bewahren.

Seit fast 100 Jahren bürgt ein Gütesiegel für die hohe Qualität von deutschem Honig

„Für ein Kilogramm Honig muss eine Biene drei bis fünf Millionen Blüten anfliegen und etwa 40.000 bis 120.000 Kilometer zurücklegen.“  Dieses Zitat des namhaften deutsch-österreichischen Bienenforschers Karl von Frisch (1886-1982) verdeutlicht den immensen Arbeitsaufwand, den die fleißigen Tiere für die Erzeugung von Honig zu leisten im Stande sind. Es ist fraglich, ob Menschen zu einer auch nur ansatzweise vergleichbaren Leistung ohne Zwang bereit wären. Dieser große Aufwand ist übrigens auch für jede heute auf dem Markt erhältliche Honigsorte notwendig. Angesichts der diesbezüglichen Vielfalt kann der Konsument zwar leicht die Übersicht verlieren. Als gute geeignete Orientierungshilfe in Bezug auf hohe und überprüfte Qualität dient jedoch schon seit 1925 das vom Imkerbund verliehene Gütesiegel „Echter Deutscher Honig“. Das bundesweit bekannte und bewährte Markenzeichen steht dabei für einen streng und regelmäßig kontrollierten einheitlichen Standard sogar noch oberhalb der gesetzlichen Anforderungen in der 2004 neu gefassten Honigverordnung. Zu den in Deutschland am häufigsten produzierten Honigsorten zählen vor allem Blütenhonig aus Raps, Akazien, Linden, Löwenzahn, Sonnenblumen sowie Klee, Edelkastanien und Buchweizen, die sich sowohl farblich und geschmacklich als auch in der Konsistenz deutlich voneinander unterscheiden. Bei den Honigsorten aus Honigtau sind die Bezeichnungen Blatthonig von Laubbäumen wie Ahorn und Eiche sowie Tannen- oder Waldhonig von Nadelbäumen wie Douglasien und Fichten sowie Kiefern und Tannen gebräuchlich.

Heutzutage können Liebhaber zahlreiche Honigsorten aus aller Welt genießen

Da von den pro Jahr etwa 100 Millionen in Deutschland verzehrten Kilogramm Honig nur ca. 20 bis 25 Prozent auch hierzulande produziert werden, sollten Verbraucher beim Kauf auch auf die aufgeführten Angaben zum Ursprungsland bzw. den Ursprungsländern (EU oder nicht) achten. Einen guten Ruf genießen zum Beispiel Eukalyptushonig aus Italien, Lavendelhonig aus Frankreich und Thymianhonig aus Kreta, sowie Orangenblütenhonig aus Spanien, Moltebeerhonig aus Lappland und Manuka-Honig aus Neuseeland. Ein wenig Vorsicht ist bei manchen Honigsorten aus den USA und Südamerika geboten, da dort Bienen vielerorts Nektar auf Feldern mit genetisch veränderten Pflanzen sammeln. Nach Erkenntnissen der Forschung ist dies zwar gesundheitlich nicht bedenklich oder gar gefährlich, stößt aber bei vielen Anhängern und Befürwortern einer umweltbewussten und ökologisch verantwortungsvollen Ernährung auf wenig Gegenliebe. Wer sich also auch für möglichst gute Produktionsbedingungen bei der Honigherstellung interessiert, sollte auf die mit dem Etikett „Bio-Honig“ bezeichneten Sorten zurückgreifen. Bei Bio-Honig wird die Nahrungssuche der Bienen ebenso wenig kontrolliert wie bei konventionellen Sorten, aber es wird auf nachhaltige Methoden wie Bienenkästen aus Holz statt Plastik, Fütterung mit von Pestiziden freiem Zucker und schonende Behandlung von Krankheiten der Bienen viel Wert gelegt.

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